naemas Architekten | Siegesplatz 7 | 39100 Bozen
info@naemas.net |
www.naemas.net

+39 0471 21 45 25

 

© 2016 by naemas architekten

*SCHULGEBÄUDE
Wettbewerb

Ort: Sarnthein

Teilnahme: 2015

Die Schule als offene und attraktive Umgebung zur Vorbereitung auf das Leben in allen seinen Belangen. Um diesem Aufgabenbereich gerecht werden zu können, ist es notwendig eine Umgebung zu schaffen, welche bewährte und neue pädagogische Werkzeuge zur Verfügung stellt. Aufgabe des Entwurfs ist es ein Umfeld zu schaffen, in dem den verschiedensten Charakteren und Fähigkeiten der Schüler Rechnung getragen wird.

Qualität der Räume und Freiflächen:

Die Baumasse wird in Richtung Samerstraße und nach Norden verschoben. Hauptgrund hierfür ist die Bildung eines Schulhofes, der von der Südfassade der Grundschule und dem Volumen der bestehenden Mittelschule definiert wird. Durch die Verschiebung kann die Häuserflucht der südseitig gelegenen Villa Rosa und des Wohnhauses aufgenommen werden und trägt so zur Bildung eines wohldefinierten Straßenraumes bei. Durch die großzügigen Fassadenverglasungen entstehen helle, mit Tageslicht durchflutete Gemeischaftsbereiche, die durch vertikal durchlaufende Lichthöfe miteinander kommunizieren.

 

Dem Freibereich zwischen Grund – und Mittelschule wird durch die Absenkung des Tiefparterres der Grundschule die unangenehme Neigung Richtung Mittelschule genommen. Durch den transparenten Sockelbereich der Grundschule werden die hausinternen Räume Teil des Hofes und dieser somit in das neue Bauvolumen eingebunden. Auf der Südseite der Grundschule wird ein räumlich abgegrenzter Pausenhof geschaffen. Durch das Richtung Mittelschule abfallende Gelände, kann ein tribünenartiger Zugang zum Mittelschuleingang geschaffen werden. Der Freibereich erhält somit auch in seiner 3.Dimension eine spannende Gliederung. Der Eingangsbereich der Grundschule erhält durch seine vorspringenden Fassaden, durch die großzügige Höhe und durch das ausreichend groß dimensionierte Vordach, die ihm gebührende Wichtigkeit.

Lichtführung und Wegführung:

Das Erschließungskonzept ist bereits von außen eindeutig ablesbar. Die interne Orientierung ist aufgrund der gebäudeinternen Durchblicke intuitiv gegeben. Gelangt man in das großzügige Foyer, das auch als Garderobe fungiert, in das Gebäudeinnere, wird der Blick durch die vorgegebene Wegführung bereits zur weiterführenden Erschließung gelenkt. Durch das lichtdurchflutete Tiefparterre, das vom Foyer aus gut einsehbar ist, wirkt dieses einladend und spiegelt im Inneren den Verlauf des Außengeländes wider. Die zentralen Gebäudebereiche werden durch seitliche Verglasungsanteile der Fassade sowie durch Verglasungen im Dach großzügig belichtet.

Funktionale Aspekte

Anordnung der Funktionsbereiche:

Die Lernverbände wurden geschoßweise angeordnet. Im Dachgeschoss sind der Multifunktionsbereich und der abtrennbare Raum für besondere Bedürfnisse mit angeschlossenem Sanitärbereich untergebracht. Das Lehrerzimmer samt Nebenräumen befindet sich nahe dem Haupteingang im Hochparterre. Das Tiefparterre hat einen direkten Zugang zum Pausenhof. In diesem Geschoss sind das Atelier (mit ebenerdigem Ausgang), der Computerraum (mit externer Zugangsmöglichkeit), sowie die Schulausspeisung mit allen notwendigen Nebenräumen positioniert. Im Untergeschoss wird eine direkte Verbindung zur Mittelschule geschaffen. Weiters sind die Garagenstellplätze der Technik- und Lagerbereich untergebracht.

Übersichtlichkeit und Orientierbarkeit:

Die geschoßweise Anordnung der Lernverbände erlaubt eine einfache Orientierung. Die auch zu außerschulischen Zwecken nutzbaren Räume sind Im Tiefparterre mit eigenem Zugang untergebracht.

Erschließung und Anbindung an den Bestand:

Die Grundschule erhält nordseitig einen Vorplatz als räumliche Anbindung zum Dorfzentrum. Der Eingang zur Mittelschule wird durch einen großzügig gestalteten Platz und guter Sichtbarkeit von der Samerstraße aus aufgewertet. Die momentan problematische Anlieferung der Schüler wird dadurch gelöst, dass ein Teil der Samerstraße ausschließlich zur sicheren Anlieferung und Abholung der Schüler reserviert wird. Die Tiefgaragenzufahrt erfolgt gleich am Anfang der Zufahrt, um einen möglichst großen autofreien Bereich zu schaffen. Jegliche Zulieferung kann über die Tiefgarage erfolgen. Die unweigerlich notwendige Anfahrt zum Mittelschuleingang (Feuerwehrzufahrt / Zufahrt für Menschen mit Beeinträchtigung) kann zwischen Samerstraße und Grundschule oder über den nordseitigen Zugang zur Schulzone erfolgen.

Die transparente Fassade ist eine Glas-Holzkonstruktion, welche von einheimischen Firmen realisiert werden kann. Die Klassentrakte und der Lehrerbereich sind als wärmegedämmte Massivbauweise geplant. Die Decken werden als Vollbetondecken ausgeführt. Das Dach ist eine wärmegedämmte Holzkonstruktion. Die Dachfläche ist mit einer Warmwasseraufbereitungsanlage und einer Photovoltaikanlage versehenen. Durch den vorgesehenen völligen Abbruch des Bestandes und den Neubau ist der geplante Bau technisch relativ einfach und zeitsparend durchführbar. Das geplante Bauvorhaben kann innerhalb von weniger als 2 Jahren verwirklicht werden. Das bedeutet, der Schulbetrieb müsste für ein Schuljahr ausgesiedelt werden.

Auf die Verwendung von pflegeleichten Oberflächen und lokalen Baustoffen wird geachtet.

Zusammenarbeit mit Architekturbüro Kienzl, Bozen